„Meilenstein“ für das sportliche Aushängeschild der Stadt ist ein Steinbruch für Arbeitslose

Zur Zeit läuft die Pressekonferenz des Wuppertaler SV. Das Interesse ist groß, obwohl der Verein seine Glanzzeiten lange hinter sich hat. Dennoch, der Sportverein erfreut sich großer Beliebtheit in der Stadt und der Region. Für heute wurde ein „Meilenstein“ der Vereinsgeschichte angekündigt. Eine neue Tribüne samt dahinter befindlichem Gebäude soll in das Stadion gebaut werden. Wer bei Regen schon einmal auf der zugigen Gegengerade stand, wird sich über ein Dach freuen. Nicht freuen können sich die Arbeitslosen, denn der Verwaltungsratvorsitzende des Vereins und gleichzeitiger Chef des Jobcenter hat eben diese als Bauarbeiter auserkoren. Leider werden die Arbeiter keinen Lohn erhalten, sondern werden nur mit 1,-€ die Stunde bezahlt. Ob die auserwählten dies alle freiwillig tun werden, darf bezweifelt werden, schließlich kann das Jobcenter Menschen nach Gutdünken dazu zwangsverpflichten, unter Androhung des Leistungsentzugs bei Verweigerung. Nach diesem Konzept wurde bereits die mittlerweile überregional bekannte Nordbahntrasse gebaut, an der sich viele Menschen erfreuen. 1,-€-Jobs verhelfen niemanden zu Arbeit, im Gegenteil, dadurch werden sozialversicherungspflichtige Stellen vernichtet – welches Unternehmen kann diesen quasi Umsonstlöhnen bitte Konkurrenz machen!? Arbeitslose werden als Reserveheer gehalten und ausgebeutet, um die Infrastruktur zu sanieren. Offenbar kann sich die Stadt nicht leisten, dass Stadion umzubauen, also zahlen Arbeitslose die Rechnung und halten die Knochen hin. Das Ziel, Arbeitslose in Arbeit zu vermitteln hat die Regierung offensichtlich längst aufgegeben, ansonsten hätte sie die erlaubte Dauer von 1,-€-Jobs nicht so massiv verlängert. Effekt ist, dass die Löhne sinken, der Druck auf Arbeitnehmer weiter steigt, die Angst vor der Arbeitslosigkeit zunimmt und die Menschen lähmt, während gleichzeitig die Statistik geschönt wird, denn wer in einem 1,-€-Job steckt, ist offiziell nicht arbeitslos. Diese Sozialpolitik verdient den Namen nicht.

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